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KR Gesetzgebung 29.15.01

Aufräumsession des Kantonsrates vom 25. bis 27. April 2016

Sprecher(in): Kündig-Schlumpf Silvia, Rapperswil-Jona
Datum: 27.04.2016 09:18

Die Einheitsinitiative ist abzulehnen.

Ich spreche ergänzend zur Fraktionsvertretung Baumgartner-Flawil. Ich bin seit 60 Jahren im Schulunterricht, zuerst als Schülerin und seither als Lehrerin in der Primarschule, als Heilpädagogin in der Regelschule und jetzt in Heilpädagogischen Schule. Also habe ich auch das Empfinden von Personen, die über die Schule hinweg diskutieren und jene, die wirklich Insiderwisssen haben, weil sie in der Schule selber tätig sind und sich mit Herzblut für die Kinder engagieren und ihre Ausbildung in ganzheitlicher Art und Weise.

Ich bin sehr froh um das Votum von Forrer-Grabs, weil ich Ihn sonst angesprochen hätte. Die Schule wandelt sich, die Gesellschaft wandelt sich, die Welt wandelt sich, alles wird globaler. Die Schule hat auf die Mobilität zu reagieren, nicht nur im Kanton, in der Schweiz global. Darauf reagiert die Bildung, sie kann gar nicht anders, sie muss das. Wenn Sie glauben, Bildung oder Schule sei jemals so zu erreichen, dass sie problemlos sei, dann glaubt das hier niemand. Auf die Mobilität reagiert nicht nur Bologna, sondern auch Lehrplan 21, HarmoS, und dass da auch Widerstand entsteht ist nicht mehr als logisch, und das ist auch wichtig. Deshalb schätze ich das Einwenden von gewissen Kreisen, aber die Lauterkeit ist mir doch sehr wichtig.

Ich habe in der Kommissionsitzung darauf hingewiesen, dass beispielsweise der Calr Bossard, ein hervorragender Bildungsfachmann, da abgebildet ist und ich frage mich, wieso lässt er sich auf so etwas ein? Und seither ist er nicht mehr in der neuesten Ausgabe der Zeitschrift abgebildet. So geht es in mehrerer Hinsicht zu und her. Wenn ich höre, der Kindergarten werde abgeschafft, das ist eine grosse Verunsicherung bei den Eltern, die da ausgelöst wird. Der Kindergarten wird überhaupt nicht abgeschafft, er ist das wichtigste Segment in der Schule, weil es die Eingangsstufe ist. Wenn da auch argumentiert wird, dass die Eltern verunsichert seien, dann muss ich dem zustimmen. Etwas wird eingeführt und kaum verbreitet sich ein Vertrauen in das neue System kommt wieder die Verunsicherung. Die soll auf einer Eben bleiben, wie beispielsweise hier in Kommissionssitzungen, auch auf einer hohen Bildungsebene, aber nicht in die Bevölkerung hinein verstreut werden.

Die Schule braucht Vertrauen. Alle Lehrpersonen wissen, dass sie auf das Vertrauen der Eltern angewiesen sind, damit die Schülerinnen und Schüler auch aufnehmen können was sie ihnen vermitteln möchten.

Ich habe ganz genau gehört, dass Personen wie Hilb-Wil und Forrer-Grabs, die wissen, was man anzugehen hat, auch wenn es Probleme im HarmoS-Konkordat. Es geht um ganz konkrete Dinge, wie, wie geht man den Fremdsprachenunterricht in Zukunft an, damit nicht ein zusätzlicher Druck entsteht.

In der Heilpädagogischen Schule, wo wir in der 5. Klasse Englisch unterrichten, haben die Schülerinnen und Schüler Freude daran, weil es öffnet, es entstehen Stimmungen für andere Gesellschaften und Ausdrucksweisen, was gepflegt werden soll. Dass da ein Druck entsteht mit dem Fremdsprachenunterricht, das ist auch sehr naheliegend und ich habe gehört, er wird angegangen auch auf der Ausbildungsebene, oder wie Hilb-Wil gesagt auf der Ebene der Benotung und Beurteilung – das ist ganz wesentlich.

Ich bin nicht für Austreten aus dem HarmoS-Konkordat, weil es nur ein Kräftespiel begünstigt zwischen Leuten, die sich mit Herz und Blut engagieren und andern, die zum Teil unlautere Argumente verbreiten und Unsicherheit verstreuen.

Es ist ein gesellschaftlicher Entwicklungsprozess und Baumgartner-Flawil hat gesagt, wir werden den Weg kritisch begleiten, das soll so sein.