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KR Gesetzgebung 29.15.01

Aufräumsession des Kantonsrates vom 25. bis 27. April 2016

Sprecher(in): Steiner Marianne, Kaltbrunn
Datum: 27.04.2016 09:07

legt ihre Interessen als ehemaliges Mitglied des Bürgerkommitees «Nein zu HarmoS» offen.

Ich habe das Referendum unterstützt und Unterschriften für eine Volksabstimmung gesammelt.

Nach dem sehr knappen Ja zu HarmoS in der Abstimmung vom November 2008 ist der Kanton St.Gallen dem Konkordat beigetreten.

Mit dem Beitritt zum HarmoS-Konkordat, das seit 1. August 2009 in Kraft ist, sind verschiedene Neuerungen bereits im X. Nachtrag zum Volksschulgesetz (VSG) eingeführt worden:

  • Blockzeiten im Kindergarten und in der Primarschule;

  • bedarfsgerechter Mittagstisch;

  • Englisch ab der dritten Klasse.

Viele Neuerungen, sind für alle Beteiligten, seien es Lehrer,Schulbehörde und auch Eltern eine grosse Herausforderung.

Das zeigen diesbezüglich auch die parlamentarischen Vorstösse:

  • pril 2010: Interpellation Forrer-Grabs, Schulratspräsident Grabs «Englisch und Französisch auf der Primarstufe - wie weiter?»;

  • April 2011: Motion Forrer-Grabs und Boppart-Andwil «Dispensationsmöglichkeit auch auf der Primarschulstufe».

Also bereits drei Jahre nach der Abstimmung – haben einige Mitglieder der CVP Fraktion, die an der Schulfront arbeiten, erkannt, dass mit dem Kindergartenobligatorium mit vier Jahren, den erweiterten Blockzeiten sowie Frühenglisch, das Pflichtpensum für unsere Schülerinnen und Schüler markant gestiegen ist und zu Überforderungen führt.

Diese Probleme bestehen nach wie vor, sie werden mit der lnterpellation 51.14.58 «Fremdsprachen sind wichtig» der CVP-EVP-Fraktion vom 25. November 2014 nochmals bekräftigt, wo darauf hinweist, dass man sich im Hinblick auf die Einführung des Lehrplan 21 grundlegende Gedanken zur Beurteilung der Fremdsprachen auf der Primarschulstufe machen soll. Gerne erinnere ich an den Bericht, der in der «Südostschweiz» zu lesen war, vom langjährigen Direktor der Abteilung für das höhere Lehramt der Universität Bern, Prof. Peter Bonati: «Auch wenn der Lehrplan 21 bei der Überarbeitung um 20 Prozent reduziert worden sei, reiche das nicht, denn allein mit Abspecken würden ja die konzeptionellen Schwächen nicht verschwinden. Der Lehrplan 21 biete wohl einen Orientierungsrahmen, wichtig sei jetzt: Haltet die Schullehrpläne einfach und übersichtlich. Was ist zu unterrichten? Welche Ziele müssen erreicht werden? Dann machen die Lehrpersonen mit. Sonst reagieren sie kopfscheu.»

Das zeigt auch ein Bericht in der «Zürichsee-Zeitung» vom 8. März 2016 «Eklat bei Umsetzung Lehrplan 21» wo sich der Zürcher Lehrerinnen- und Lehrerverband (ZLV) per sofort aus allen Arbeitsgruppen zur Umsetzung des Lehrplan 21 verabschiedet hat. Ich zitiere gerne kurz einige Beispiele: «Nach einem Jahr harter Arbeit müssen wir ernüchtert feststellen, dass von den Ergebnissen der Arbeitsgruppe am Schluss kaum etwas übrig bleibt, das schreibt der 4'000 Mitglieder zählende Verband in einer Mitteilung. Schuld daran sei die übergeordnete Steuergruppe der Bildungsdirektion. Diese habe immer wieder Entscheide gefällt, die den Resultaten aus den Arbeitsgruppen teilweise diametral gegenüber gestanden seien. ZLV-Präsidentin Lilo Lätzsch, nennt als Beispiel die Lektionentafel, das aus Lehrersicht wichtigste Thema bei der Umsetzung des Lehrplan 21. Drei Varianten standen zur Auswahl mit zwei der Lektionentafeln könnte der ZLV leben, doch die Bildungsdirektion favorisiere nun genau jene, die von allen Lehrerverbänden abgelehnt wurde. Ich denke, da ist von allen sicher auch der St.Galler dabei.

lch erinnere Sie daran; gemäss Art.62 der Bundesverfassung sind die Kantone für das Schulwesen zuständig, nicht der Bund.

Sie haben es jetzt in der Hand, sich aus dem strengen Korsett von HarmoS zu befreien. ln diesem Konkordat sind wir verpflichtet alles partout von Bundesbern zu übernehmen und können nicht mehr eigenständig selbst entscheiden.

Nehmen Sie das Heft nun selbst in die Hand, haben Sie den Mut und sagen Sie Ja zur Einheitsinitiative «Ja zum Ausstieg aus dem HarmoS-Konkordat».